Das Gelbe Hausbuch – ทะเบียนบ้านสีเหลือง (Tabien Baan Silüang)

Das Gelbe Hausbuch für Ausländer entspricht dem blauen Hausbuch (Tabien Baan), welches jeder thailändische Haus- oder Wohnungsbesitzer führt. Das Gelbe Hausbuch ist für Ausländer quasi der Nachweis eines dauerhaften Wohnsitzes in Thailand. Doch braucht man das unbedingt?

Keine Ahnung.

Welche Vorteile bringt das Gelbe Hausbuch?

Eine ausführliche Internetrecherche in einschlägigen Foren ergab wenig Konkretes. Folgende angeblichen Vorteile konnte ich ermitteln:

  • Man spart sich die kostenpflichtigen Wohnsitzbescheinigungen durch die örtliche Immigrationsbehörde, das Konsulat oder die Botschaft. Die braucht man regelmäßig für einige Behördenangelegenheiten zum Beispiel die Beantragung oder Verlängerung eines Führerscheins, einer ID-Karte für Ausländer oder für den Kauf eines Fahrzeuges (nur gegen Barzahlung).
  • Es soll die Möglichkeit einer kostenarmen Krankenversorgung geben (sehr umstritten) oder gegeben haben. Man meldet sich mit dem gelben Hausbuch im örtlichen Krankenhaus an, bekommt eine Karte und wird im Krankheitsfalle versorgt.
  • Bei manchen Nationalparks, Zoos oder touristischen Einrichtungen soll man bei Vorlage nur den Thai-Preis bezahlen müssen. Der Farang-Preis ist meist um ein Vielfaches höher.
  • Bei Polizeikontrollen beeindruckt man die Polizisten.
  • Das Gelbe Hausbuch sieht schick aus. Manche Thais sind gar neidisch, schließlich ist Gelb die Farbe des Königshauses.
  • Man hat das Gefühl, irgendwie mehr dazuzugehören. Als Thailand-Fan ein gutes Gefühl.
  • Es macht sportlich Stolz, einige unüberwindlich scheinende bürokratische Hürden genommen zu haben.

Die letzten vier Punkte gaben für mich den Ausschlag: Ich brauche dringend das Gelbe Hausbuch!

Was benötigt man für das Gelbe Hausbuch?

Zunächst habe ich mich bei der Bezirksverwaltung, der Amphoe Müang Nakhon Sawan, erkundigt beziehungsweise erkundigen lassen, welche Dokumente dort erwartet werden. Denn auch darüber hatte die Internetrecherche ganz unterschiedliche, teils widersprüchliche Informationen ergeben. Offenbar können die Anforderungen von Amphoe zu Amphoe beziehungsweise von SachbearbeiterIn zu SachbearbeiterIn ganz verschieden sein. Eine mir von früheren Angelegenheiten schon bekannte Sachbearbeiterin gab Folgendes an, was ein Antragsteller zu erbringen hat:

DAS nenne ich, ab jetzt der Antragsteller, doch mal „eine echte sportliche Herausforderung“, so als bürokratischer Hürdendauerlauf betrachtet. 😉

Und wie ist es gelaufen?

Zuerst forderte ich von meiner Geburtsstadt eine aktuelle Geburtsurkunde an. Die wurde zur Überbeglaubigung direkt zum Regierungspräsidium Stuttgart geschickt (Grund: mein Migrationshintergrund aus dem Ländle). Nach etwa zwei Wochen bekam ich die Apostille. Das war einfach.
Die nächste Hürde war ebenso einfach zu nehmen. Sehr kurzfristig konnte mir die Stadt Bochum eine internationale Heiratsurkunde neu erstellen.

Auf der Internetseite des Königlich Thailändischen Generalkonsulats Frankfurt am Main fand ich eine Liste ermächtigter ÜbersetzerInnen. Frau Manida Hübner, die uns früher schon einmal geholfen hatte, übersetzte alles, füllte alle Formulare aus und sandte sie zusammen mit meiner Vollmacht, mit Bargeld für die entsprechenden Gebühren und Briefmarken an das Generalkonsulat. Läuft bei mir. 🙂

Nach wenigen Tagen erhielt ich ein Einschreiben vom Generalkonsulat. Juhu, mein Gelbes Hausbuch ist in greifbarer Nähe! Das Einschreiben enthielt alle Dokumente, auch das Bargeld, alles unbearbeitet. Der Reisepass sei nicht beglaubigt. Keine schönen roten Stempel. 🙁

Kann man einen Reisepass beglaubigen lassen?

Wieder keine Ahnung. Egal, es war eh schon zu spät. Unser Flugzeug nach Thailand wartete schon. Wir nahmen alles mit an Dokumenten, was wir schon hatten. Auch ein paar alte mit schönen roten Stempeln waren mit dabei.

Bei der Amphoe Müang Nakhon Sawan war dann aber alles ganz einfach. Nach einer halben Stunde Wartezeit, kamen wir dran. Sehr viel Papier musste beschriftet werden. Die Bürgen hatten am meisten zu tun. Man würde sich melden, der Chef müsse noch unterschreiben. Zwei Wochen und eine weitere halbe Stunde später konnten wir mein neues, schickes Gelbes Hausbuch abholen. Sicher hat uns geholfen, dass wir schon gut bekannt waren. Mein Einkommensnachweis hatte gefehlt. Doch ich durfte mündlich versichern, über hinreichend Einkommen zu verfügen, um mir ein Gelbes Hausbuch zu verdienen. Mein Aufenthaltsstatus spielte anscheinend keine Rolle.

Der Besitzer dieses gelben Hausbuches ist stolz, einige bürokratische Hürden überwunden zu haben.
Der Besitzer dieses gelben Hausbuches ist stolz, einige bürokratische Hürden überwunden zu haben.
Was hat das alles gekostet?

Die Gebühren für die Urkunden in Deutschland, das Honorar für die Übersetzerin, die Passbilder in Thailand, alles war relativ preiswert. Die Ausstellung des Gelben Hausbuches war kostenlos. Das obligatorische, gemeinsame Essen im Restaurant mit den Bürgen und allen anderen Beteiligten war superlecker und jeden einzelnen Baht wert. 🙂

Was kommt als Nächstes?

Nächstes Mal in Thailand möchte ich versuchen, eine ID-Karte für Ausländer zu bekommen und einen Führerschein für Auto und Motorrad. Dann hoffe ich, endlich einmal in eine Polizeikontrolle zu kommen, um die Beeindruckung der Polizisten genießen zu können. Dann wird sich zeigen, ob sich der Aufwand gelohnt hat und ob man ein Gelbes Hausbuch wirklich braucht. 😉



Fehlt Ihnen noch etwas für Ihre Thai-Küche?